Eine neue Interview-Reihe mit interessanten Architekt:innen über Dos und Don'ts bei der Hotelarchitektur: Was macht ein gutes Hotel aus? Was sind die schlimmsten No-Gos? Und welches ist ihr Lieblingshotel? Hier: Wolfgang Gruschwitz, Gründer und Geschäftsführer der Gruschwitz GmbH
Thema Atmosphäre: Welches sind für dich die wichtigsten Aspekte, damit du dich, gleich beim Betreten, in einem Hotel wohlfühlst?
Besonders wichtig sind für mich gute Düfte, Sauberkeit und ein freundlicher Gruß. Licht spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle und auch die Akustik darf nicht unterschätzt werden. So sollte der Geräuschpegel nicht an eine Bahnhofshalle erinnern. Teppich am Boden wirkt dämpfend und ist auch vom Lauf her angenehm.
Thema Hotelzimmer: Was muss ein gutes Hotelzimmer auf jeden Fall „können“/bieten?
Folgende Faktoren gehören für mich definitiv zu einem gut ausgestatteten Hotelzimmer: eine gute Matratze und viele Kissen, dunkle Vorhänge (denn evtl. möchte ich nicht mit dem Sonnenaufgang aufstehen), guter Wasserdruck und eine saubere Dusche oder Badewanne, genug Platz, um seinen Koffer zu platzieren und aufzubewahren, ein kleiner Schreibtisch und eine ausreichende Anzahl an Steckdosen, evtl. mit verschiedenen Anschlüssen oder zumindest einem USB-Anschluss für die Ladekabel.
Thema Technik: Wovon bist du am meisten genervt, wenn es nicht gut funktioniert?
Zu langsames oder kompliziertes WLAN ist immer ärgerlich. Besonders nervig ist es aber auch, wenn man jede Leuchte einzeln an- bzw. ausschalten oder nach versteckten Lichtschaltern suchen muss. Klimaanlagen, die zu laut sind oder sich nicht regeln oder ausschalten lassen, finde ich ebenfalls sehr störend. Ich liebe es dagegen, wenn man die Fenster aufmachen kann. Außerdem freue ich mich immer sehr über Smart TV-Angebote oder wenn ich meine eigenen Contents laufen lassen kann.
Thema Spa: Worauf würdest du bei der Planung eines Hotel-Spas besonderen Wert legen?
Bei der Gestaltung eines Hotel-Spas ist mir Folgendes besonders wichtig: Sauna und Dampfbad, Kalt- und Warmwasserbecken, Liegemöglichkeiten, angenehme Temperatur im Raum und Blick ins Freie, kein zu grelles Licht (wie in manchen Hallenbädern), Verfügbarkeit kostenfreier Angebote für ausreichend Badehandtücher und Wasserspender.
Wolfgang Gruschwitz hat ein Podcast-Format mit dem Namen "talk4future" und hatte unsere Herausgeberin Maren Boettcher kürzlich zu Gast. Maren sprach darin u. a. über Neuroästhetik – Raum und dessen Wirkung – Form follows Humanity, erzählt, welche Philosophie hinter dem 8. Sinn ihrer Firma 8Senses steckt, und bespricht das Thema Trends und den Ruf „back to the nature“. Hier die Folge anhören.
Was ist für dich ein absolutes No-Go im Hotel?
Unfreundliches und unaufmerksames Personal, genauso wie muffige Gerüche und mangelnde Sauberkeit. Aber auch zu lange Wartezeiten am Lift oder hellhörige Zimmer sind hier zu nennen. Schlechte Betten, zu dünne Decken oder zu wenig Kissen stören mich persönlich ebenfalls sehr. Angenehme Kuschelbetten tragen hingegen zum Wohlfühlfaktor und damit zur Hotelakzeptanz maßgeblich bei. Zu guter Letzt sollte es ein Hotel unbedingt vermeiden, seine Gäste über intransparente Zusatzkosten (z.B. für Minibar, Frühstück oder TV / Internet) zu verärgern.
Was hat dich schon so richtig begeistert?
Toll finde ich Customized Service (ich konnte z.B. schon Gerüche und Kosmetikartikel auswählen und diese dann mit nach Hause nehmen), ein geniales Frühstück, Stil und Architektur der Hotelgebäude (insbesondere Boutique Hotels) sowie ein unkomplizierter Check-in und Check-Out (möglichst ohne Papier und Ausfüllaufwand). Ansonsten begeistert man mich mit Liebe zum Detail: z.B. kleine Nachrichten unter dem Bett „auch hier wurde geputzt“, oder eine Gute-Nacht-Geschichte, Süßes auf dem Bett, hochwertige Seifen, eine kuratierte Bücherauswahl oder eine Tasche für den Spa Bereich…
Hast du ein Lieblingshotel? Oder mehrere? Was schätzt du an denen besonders?
Ich mag die verschiedenen Konzepte von 25hours, Lindbergh, Motel One, aber auch die Themenhotels in Rust. Marriott bietet Wohlfühlbetten mit US-amerikanischem Oversize Feeling. Kempinski ist super, aber auch das Mountain Resort Feuerberg oder das Naturhotel Forsthofgut Leogang und die Forsthofalm in Leogang schätze ich sehr.
Hier zum Profil von Gruschwitz mit einigen Projekten auf MünchenArchitektur.
Wolfgang Gruschwitz studierte an der TU München Bauingenieurwesen. Während seiner mehrjährigen Studienaufenthalte in den USA und Großbritannien setzte er sich mit den Themen Gastronomie, Handel und Verkaufsförderung auseinander und arbeitete zwei Jahre lang als Lichtplaner. Die Gruschwitz GmbH ist ein Design- und Realisierungsbüro für kundenorientiere Räume, dazu gehören Hotels, Läden, Showrooms, Lebensmittelmärkte, Büros, Kanzleien, Arztpraxen, Privatklinken, Co Working Spaces und Co Living Spaces.
Portrait-Foto: © Stefan Huber
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